Feb 182021
 

Motivation zum Studieren: 24 Tipps für Lehrende

Erleben Sie das auch manchmal? Die Studierenden in Ihren Vorlesungen und Seminaren sind gelangweilt, träge oder haben eigentlich gar keine Lust Ihrem Unterricht zu folgen? Hier finden Sie 24 Tipps, um Ihre akademische Lehre zu reflektieren. Diese Tipps leiten sich aus meinen aktuellen Forschungsprojekten sowie dem Integrierten Lern- und Handlungsmodell (ILHM) ab:

Motivation zum Studieren

Motivation zum Studieren: die Ausgangslage

Am Anfang müssen sich die Studierenden darüber klar werden, was auf sie zukommt. Diesen Internalisierungsprozess können Sie unterstützen, in dem Sie weitreichende Informationen zum Lernthema zur Verfügung stellen. Die Studierenden können dann für sich eine erste Zielorientierung herstellen. Sie sollten sich in etwa klar werden, wo ihre eigenen Stärken und Schwächen liegen. Dabei sollte der Focus auf den Lernprozess gelegt werden und nicht so sehr auf die Inhalte. Lernen sollte auch immer eine Selbsttransformation sein. Eine weitere günstige Vorbedingung für eine Motivation zum Studieren sind freie Wahlmöglichkeiten, etwa beim Lernthema. Dies fördert das Autonomieerleben und steigert über eine Verantwortungsübernahme die Grundmotivation zum Lernen.

  • Bereitstellung von weiterreichenden Informationen über den Lernprozess und das Lernthema im Vorfeld
  • Transparente Vermittlung der Lernziele und der Lernherausforderungen (ohne Ängste zu wecken)
  • Bereitstellung von Instrumenten zur Selbstdiagnose von Vorwissen
  • Angebot von Lernthemen (zur freien Auswahl)
  • Schaffung einer angstfreien Lernatmosphäre
  • Phasen der Entspannung in den Lernprozess einbauen
  • Berücksichtigung der Heterogenität von Lernmotivationen
  • ,

    Motivation zum Studierend: die Lernintention

    Jeder Studierende lernt am besten auf seine eigene, ganz besondere Weise. Und vielleicht ganz anders als sie selber. Unterstützen Sie die Studierenden bei der Sure nach neuen Arbeitsformen oder regen sie die Nutzung von neuen Lernformen aktiv an.

  • Unterstützung bei der Suche nach neuen Arbeits- und Lernmethoden
  • Angebote verschiedener Lernmethoden (zur freien Auswahl)
  • Vermittlung welche Lernmethoden effektiv sein könnten
  • Zeit und Muße für Methodenreflexion
  • Phasen der Entspannung in den Lernprozess einbauen
  • Berücksichtigung von unterschiedlichen Lernstrategien
  • .

    Die Umsetzung von Lernhandlungen (Volition)

    Tempo und Form des Lernens können für jeden Studierenden ganz anders sein. Geben Sie sich nicht der Illusion hin, dass alle Studierenden gleichförmig und gleichschnell lernen. Schaffen Sie Räume für die individuelle Ausgestaltung der Lernprozesse.

  • Geschützte und störungsfreie Lernumgebung schaffen
  • Phasen der Entspannung in den Lernprozess einbauen
  • Kollaboratives Lernen organisieren mit Hilfe von Rollenskripten, etwa dem Gruppenpuzzle (Wechselseitiges Lehren und Lernen)
  • Individuelle Zeit und Arbeitsplanung zulassen
  • Berücksichtigung von unterschiedlichen Lernwegen
  • .

    Motivation zum Studieren durch Rückkopplungsprozesse

    Damit die Lernprozesse im Studium und langfristig motiviert und effektiv bleiben, sollten die Studierenden ihren Lernfortschritt und ihre Selbsttransformation regelmäßig reflektieren. Versorgen Sie Ihre Studierenden deshalb mit Feedback zu ihrem individuellen Lernfortschritt und zur qualitativen Veränderung von Lernprozessen.

  • Verknüpfung verschiedener Wissensbereiche
  • Feedback zum individuellen Lernfortschritt
  • Feedback zur Effektivität von Lernmethoden
  • Bereitstellung von Instrumenten zur Selbstdiagnose
  • Bereitstellung von Kriterien zur Selbstdiagnose
  • Kennzeichnung von individuellen Lernfortschritten
  • ,

    Workshop zum Thema Motivation zum Studieren: Tipps für Lehrende

    Haben Sie Interesse? Zu diesem Thema wird auch ein eintägiger Workshop angeboten.

    .

    Creative Commons Lizenzvertrag
    Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz

    Image by wagrati_photo from Pixabay

    Jul 282016
     

    Workshop LernmotivationWie kann die Lernmotivation im Studium gesteigert werden? Thomas Martens hat am 30. Juni 2016 an der TU Dresden einen Workshop zum Thema “Heterogenität der Lernmotivation im Studium: Lernprozesse fördern und einfordern” durchgeführt. Dieser Workshop hat die unterschiedlichen Wege der Lernmotivation im Studium beleuchtet. Insbesondere wurde vermittelt, wie individuelle Lernprozesse gezielt gefördert werden können. Workshop Lernmotivation

    Die theoretische Grundlage bildete das Integrierte Lern- und Handlungsmodells (Martens, 2012), das die typischen Prozesse des Lernens in drei Hauptphasen einteilt (Motivierungsphase, Intentionsphase und Volitionsphase) und mit den neurowissenschaftlich fundierten Erkenntnissen von Julius Kuhl (2000) ins Verhältnis setzt.

    Photo: kanenas.net