Feb 182021
 

Was sollte schulische Bildung in Zeiten von Corona leisten?

Schulische Bildung in Zeiten von Corona

Bei der Frage der schulischen Bildung in Zeiten von Corona sollte nicht die künstliche Dualität im Vordergrund stehen, ob Schulen Digital- oder Präsenzunterricht anbieten. Aus Sicht der empirischen Bildungsforschung sollte in beiden Fällen sichergestellt werden, dass die für erfolgreiches Lernen notwendigen Lehr-Lernprozesse implementiert werden, insbesondere unter Berücksichtigung von Tiefenstrukturen  (Baumann, Berghäuser, Bolz, & Martens, 2021).

Schulische Bildung in Zeiten von Corona

  • Zeitliche Rhythmisierung. Eine notwendige Voraussetzung für das Lernen ist eine ausreichende Lernzeit. Etwa  gemeinsamer Unterrichtsbeginn und -ende sowie definierte Lernzeiten können mögliche Zeitfenster vergrößern. 
  • Eigener Lernraum. Ein störungsfreier Lernraum und (technische) Lernmittel müssen in der Schule und zu Hause gewährleistet werden. Bei sozial benachteiligten Familien muss die Einrichtung des häusliche Lernraum besonders gefördert oder ggf. extern bereitgestellt werden.
  • Kognitive Aktivierung. Fokussierung auf verständnisorientierte Lernziele. Anschluss an Interessen und Vorwissen, Vermeidung von Unter- und Überforderung: Lernen in der “Zone of Proximal Development”.
  • Soziale Eingebundenheit. Die Lehrkraft sollte Wertschätzung sowie sozial-emotionale Unterstützung anbieten und insgesamt für ein förderliches Klassenklima sorgen.
  • Feedback geben. Die Lehrkräfte sollten ein lernbegleitendes qualitatives Feedback zum Lernfortschritt geben: individuell und zeitnah (Formatives Assessment).
  • Feedback holen. Die Lehrkräfte sollten sich kontinuierlich Feedback holen und ihren Unterricht entsprechend an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler adaptieren.
  • Selbstreguliertes Lernen unterstützen. Auswahl von Lernthemen und Lernmethoden anbieten und die Selbstregulation durch systematische Reflexionsangebote wie etwa Lerntagebücher unterstützen (Self-regulated Learning). 

,

Eine Langfassung dieses Beitrages finden Sie auf Researchgate zur freien Verfügung, insbesondere ab S. 44: Baumann, M., Berghäuser, A., Bolz, T., & Martens, T. (2021). Den Fokus neu denken – Skizze eines Pandemiemanagements auf Grundlage der Bedürfnisse und Lern- und Entwicklungserfordernissen von Kindern, Jugendlichen und Familien. Socialnet.de Verfügbar unter http://d-nb.info/1226124631/34 [06.02.2021].

,
Weitere Literatur von Thomas Martens findet sich hier.