Nov 292021
 


Wissenschaftskommunikation: 16 Tipps für Wissenschaftler:innen aus Sicht der Motivationspsychologie:

Wissenschaftskommunikation

1. Wissensbewusstheit. WO fängt mein Wissen als Wissenschaftler:in an und WO hört es auf. Insbesondere bei der Kommunikation bezüglich Omicron. 

2. Vermittlung von Grenzen. Proaktiv kommunizieren, wo das eigene Wissen aufhört und wo Unsicherheit & das eigene Nicht-Wissen anfängt. 

3. Ziele definieren. Welches Ziel soll die Wissenschaftskommunikation haben? Versteckte Ziele und Interessen müssen ggf. offengelegt werden. 

4. Zeit & Raum für Komplexität nehmen. Insbesondere sollten Fernwirkungen, Nebenwirkungen und zeitliche Dynamiken berücksichtigt und kommuniziert werden. 

5. Publikum ernst nehmen. Übersimplifizierungen sollten vermieden werden. Kommunikationsangebote sollten verschiedenes Vorwissen berücksichtigen. Das Publikum sollte eine gewisse Entscheidungsfreiheit haben, auf welchem Niveau das Empfangene verarbeitet wird.

6. Abruf vereinfachen. Information sollten doppelt codiert sein, z.B. mit illustrierenden Grafiken. Umgekehrt sollten Ablenkungen mit irrelevanten Inhalten vermieden werden. 

7. Sprachcode anpassen. Insbesondere Abkürzungen vermeiden, Fachworte weglassen oder erklären.

8. Zielgruppenspezifität. Informationen sollten so spezifisch sein, dass die Empfänger angepasste Informationen erhalten. Etwa wenn Bedrohungen kommuniziert werden, sollten die Empfänger ihre persönlichen Risiken besser einschätzen können.

9. Zugang sichern. Es sollten alle Informationen FREI und OHNE Barrieren zugänglich sein (Open Access ggf. nach einer kurzen Embargofrist). 

10. Quellen offenlegen. Falls möglich alle Quellen der Wissenschaftskommunikation direkt angeben. 

11. Interdisziplinarität nutzen. Die eigene Kommunikation sollte so anschlussfähig sein, dass andere Expert:innen, ggf. aus anderen Fachdisziplinen, die Kommunikation fortsetzen können. 

12. Interaktivität nutzen. Das Publikum sollte in einen Dialog mit einbezogen werden. Ein InterviewerIn als Pseudopublikum reicht oft nicht aus. Gruppenarbeit kann eine Ko-Konstruktion von Wissen zu ermöglichen. 

13. Schutzinformationen. Bedrohungsinformationen durch Schutzinformationen ergänzen (falls möglich), etwa das gute Masken auch bei allen zukünftigen #COVID19-Mutationen helfen werden. 14/19

14. Handlungsoptionen aufzeigen. Wie kann mit dem Wissen aktiv umgegangen werden? Wie effektiv sind verschiedene Handlungsoptionen? Siehe hierzu auch meine Vortragsthemen.

15. Handlungspassung demonstrieren. Mit einfachen Beispielen illustrieren, wie mögliche Handlungen durchgeführt werden können. 

16. Handlungspläne aufzeigen. WANN, WO und WIE könnte eine mögliche Handlung durchgeführt werden. Ggf. wieder durch Beispiele demonstrieren. 

17. Hier noch ein Interview zu diesem Thema von mir.

18. Und ergänzend mein Thread zum konstruktiven Umgang mit Angst: http://www.thomas-martens.de/wie-kann-ich-mit-meiner-angst-konstruktiv-umgehen/

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